
- Der Junge mit dem Fahrrad
Der Junge mit dem Fahrrad
In diesem Jahr waren sie zum fünften Mal nach Cannes eingeladen, die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne. Dieses Mal holten sie sich den „Großen Preis der Jury“ ab für einen Film, der im Vergleich zu ihren früheren Arbeiten, in denen die Gesellschaft den Menschen keine Auswege öffnet aus ihrer Misere, geradezu leicht daherkommt. „Der Junge mit dem Fahrrad“, Cyril, ist zwölf, als sein Vater seiner Wege geht und den Sohn ins Kinderheim geben will. Fassungslos protestiert der Junge mit all seinen Mitteln, will sich nicht abschütteln lassen. Vergebens. Voller Wut sucht Cyril Anschluss, bis sich die Inhaberin eines kleinen Frisiersalons seiner annimmt. Zunächst wollten die Dardennes diesen Film „Ein Märchen unserer Zeit“ nennen. Verkehrt wäre das nicht gewesen.